Rückblick

1. Tag der offenen Tür von 4sigma:
4sigma bot Besuchern die Gelegenheit zum Mitreden und
Mithören

Oberhaching, den 27.05.10. Am 18.05.2010 lud die 4sigma GmbH zu ihrem ersten Tag der offenen
Tür nach Oberhaching bei München ein. Unter dem Motto  „Versorgungsmanagement heißt Patien-
tencoaching - Herausforderungen in Zeiten des Wandels“ diskutierten die Teilnehmer mit den
Experten des Gesundheitsdienstleisters und hochkarätigen Referenten über die Möglichkeiten, die
Erfolgsfaktoren und die bisherigen Ergebnisse moderner Versorgungsansätze. Besonderes Highlight
der Veranstaltung: Bei einer Besichtigung des CareCenters von 4sigma konnten die Besucher die Betreuungsgespräche der Gesundheitsberater live mithören und sich ein genaues Bild von der prak-
tischen Umsetzung eines zielführenden Patientencoachings machen.

Nach der Begrüßung und den einführenden Worten von Geschäftsführer Horst-Günter Bohnenkamp stellte
Ralf Pourie
, Leiter des Projekt- und Produktmanagements bei 4sigma, das Konzept des telefonbasierten Patien-
tencoachings des Unternehmens vor. Er machte deutlich, dass ca. 20 – 30 Prozent der Versicherten rund 70 – 80
Prozent der Kosten im Gesundheitswesen verursachten. Eine individuelle Betreuung dieser Patienten im Rahmen
eines Coachings lohne sich nicht nur im Hinblick auf eine Ausgabenregulierung, die für viele Kassen inzwischen zur
Notwendigkeit geworden ist. Das Patientencoaching der 4sigma GmbH sei zugleich auch ein zielführendes Instru-
ment, um die Versorgungs- und Lebensqualität chronisch Kranker zu verbessern und beispielsweise Beeinträch-
tigungen durch Folgeerkrankungen, Komorbiditäten und ambulante wie stationäre Notfälle zu vermeiden. Als ent-
scheidenden Schlüssel zum Erfolg definierte Ralf Pourie die Individualität der Betreuung: Jedem Programmteil-
nehmer stehe ein persönlicher Berater zur Seite, der die individuelle Krankheits- und Lebenssituation des Patienten
erfasse und bei der Beratung berücksichtige. Statt allgemeiner Pauschalempfehlungen erhalte er Informationen und Ratschläge, die ganz gezielt auf seine Bedürfnisse, Möglichkeiten und das persönliches Umfeld zugeschnitten und mit
den individuellen Gesundheitszielen vereinbar seien. Das Vertrauensverhältnis zwischen Coach und Teilnehmer
schaffe optimale Voraussetzungen dafür, notwendige Lebensstilveränderungen einzuleiten bzw. zu verfestigen und
die Selbstmanagement-Kompetenz des Patienten auch langfristig zu stärken. Zum Abschluss seiner Ausführungen präsentierte Pourie Zahlen eines Pilotprojekts Patientencoaching, das die 4sigma GmbH in Kooperation mit einer
deutschen Betriebskrankenkasse inzwischen auch überregional erfolgreich fortführt. Insbesondere bei den kosten-
intensiven stationären Aufenthalten konnten durch das Coaching signifikante Verbesserungen erzielt werden: So
sank die Zahl der Klinik-Einweisungen, die aufgrund akuter Verschlechterungen erforderlich waren, im Betreuungs-
zeitraum um mehr als 60 Prozent. Durch die durchgeführten Interventionen gelang es, die Kosten im stationären
Bereich im Vergleich zum Vorjahr um mehr als zwei Drittel sowie die Gesamtkosten pro Patient um 65 Prozent zu
senken.

Nach dieser theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema Patientencoaching lud die 4sigma GmbH die Be-
sucher zu einem Rundgang durch das CareCenter des Unternehmens ein. Die Gäste nutzten ausführlich die
Möglichkeit, den Gesundheitsberatern von 4sigma bei ihrer Arbeit über die Schultern zu schauen und ihre Ge-
spräche mit den Programmteilnehmern mitzuhören. Die praktische Demonstration dessen, was für 4sigma er-
folgreiches Coaching ausmacht – nämlich das individuelle Gespräch mit dem Patienten –, wurde für die Besucher
zum Aha-Erlebnis. Sie zeigten sich beeindruckt von der Qualität, der Tiefe und dem individuellen Anspruch der
Beratung und bescheinigten den Coaches hohe fachliche und kommunikative Kompetenz. Alle begrüßten einhellig
die Gelegenheit, das oft nur abstrakte Bild des Patientencoachings durch praktische Einblicke ergänzen zu können.

Zum Thema Telemedizinische Betreuung herzinsuffizienter Patienten sprach anschließend Prof. Dr. Günter
Neubauer
vom IfG Institut für Gesundheitsökonomie München. Er bezeichnete die Telemedizin als einen Trend
der Zukunft, da sie kostengünstig sei, durch die technische Entwicklung immer bessere Möglichkeiten biete und
zudem eine Betreuung im häuslichen Umfeld die besonderen Bedürfnissen gerade älterer Patienten aufgreife.
Dies sei auch in Hinblick auf die demografische Entwicklung in Deutschland von Bedeutung, die eine vermehrte
Ausrichtung des Gesundheitssystems auf die Versorgung älterer und besonders kostenintensiver Bevölkerungs-
gruppen erfordere. Gerade die hohe volkswirtschaftliche Bedeutung von Herzkreislauferkrankungen wie die Herz-
insuffizienz implizierten die Chance und die Notwendigkeit, durch innovative Betreuungsformen die Qualität und
die Wirtschaftlichkeit der Patientenversorgung zu verbessern. In diesem Zusammenhang stellte Prof. Neubauer
die aktuellen Zwischenergebnisse einer Herzinsuffizienz-Studie vor, die die 4sigma GmbH zusammen mit der
Signal Iduna IKK in Auftrag gegeben hatte. Die ausgewerteten Daten wurden im Zuge eines 12-monatigen Coachingprogramms erhoben, bei dem die 139 Teilnehmer zusätzlich zur Begleitung durch den persönlichen
Coach mit einer telemetrischen Waage ausgestattet wurden. Die täglichen Gewichtsdaten als wichtiger Indikator
für eine drohende Verschlechterung nutzte 4sigma im Sinne eines Frühwarnsystems dazu, bei bedenklichen
Veränderungen eine schnelle Krisenintervention einzuleiten sowie auf Wunsch des Patienten den behandelnden
Arzt zu informieren. Angesichts der Ausgabensituation setzte Prof. Neubauer einen klaren Fokus für eine Patientenbetreuung, die unter anderem auf eine höhere Wirtschaftlichkeit abzielt: Mit einem Anteil von über
70 Prozent der Gesamtkosten seien insbesondere häufige Krankhausaufenthalte der wichtigste Kostentreiber
in der Behandlung herzinsuffizienter Patienten. Dass ein gezieltes Patientencoaching beispielsweise durch compliancefördernde Maßnahmen sowie ein verbessertes Notfallmanagement signifikante Kosteneinsparungen
im stationären Bereich bewirken kann, zeigten die Zahlen, die Prof. Neubauer präsentierte. Im Vergleich zur
Kontrollgruppe (- 24%) sei bei der von 4sigma betreuten Gruppe eine deutlich höhere Reduktion der Ausgaben
für die stationäre Versorgung zu beobachten (- 54%). Zusammen mit Einsparungen in anderen Versorgungsbe-
reichen (Fahrtkosten, Hilfsmittel, Reha, Krankengeld) könne gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang der Ausgaben
um fast 800.000 Euro verzeichnet werden. Dies bedeute nach der statistischen Bereinigung der Zahlen eine
effektive Ersparnis pro Programmteilnehmer von 2648 Euro, die unmittelbar auf die Betreuung durch 4sigma
zurückzuführen sei. Allerdings werfen die Ergebnisse der Studie auch Fragen auf, so Prof. Neubauer. So zeige
die Ausgabenreduktion einen eindeutigen geschlechtsspezifischen und altersabhängigen Trend: Bei Frauen
und mit zunehmenden Alter der Teilnehmer sei der kostendämpfende Effekt der Betreuung deutlich geringer.
Prof. Neubauer sprach die Hoffnung aus, dass eine genauere Analyse der gewonnenen Daten zur Klärung dieser Beobachtung beitragen werde. Er kündigte zudem an, bis Herbst dieses Jahres weitere Ergebnisse präsentieren
zu können, beispielsweise inwieweit das Coaching die Ausgaben im Bereich Arzneimittel beeinflusse und ob die
Vermeidung von Krankenhausaufenthalten dazu beitrage, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Ausblick auf die Weiterentwicklungen im Dienstleistungsportfolio der
4sigma GmbH. Dr. Gabriele Stumm berichtete über Patientencoaching bei psychischen Erkrankungen. Insbeson-
dere depressive Störungen verursachten hohe direkte und indirekte Kosten und wiesen in Deutschland eine ernst-zunehmende Inzidenz auf: In Deutschland liegt das Risiko, irgendwann einmal im Leben eine depressive Episode
zu erleiden, bei etwa 15%, pro Jahr erkranken 2 von 100 Personen an Depression. Frau Dr. Stumm machte ver-
schiedene Faktoren verantwortlich dafür, dass psychisch Kranke zu den Hochkostenpatienten zu rechnen seien:
Eine späte Diagnose gehe oft einher mit einer späten adäquaten Therapie und schlechter Medikamenten-Compliance.
Lediglich 10% der Betroffenen erhalte eine Therapie, die dem Stand der Forschung entspricht, und über die Hälfte
der Behandelten sei nicht ausreichend lange therapietreu. Hinzu käme, dass die Verzahnung der therapeutischen
Instanzen oft ungenügend sowie die Rückfall- und Rehospitalisierungsrate hoch sei. Eine bedarfsorientierte Betreu-
ung der Patienten im Rahmen eines Coachings könne an diesen Punkten gegensteuern. Der regelmäßige Kontakt
mit dem persönlichen Coach werde beispielsweise dazu genutzt, den Patienten hinsichtlich seiner Erkrankung fun-
diert aufzuklären, ihn zur regelmäßigen Einnahme seiner Medikamente zu motivieren und aktive Rückfallprophylaxe
zu betreiben. Nicht zuletzt könne der Coach eine Lotsenfunktion einnehmen, indem er dem Patienten den für ihn
richtigen Weg innerhalb der therapeutischen Möglichkeiten weise und etwa in der sensiblen Phase zwischen statio-
närer und ambulanter Versorgung ein Überbrückungsangebot biete. Im Rahmen ihrer laufenden Angebote zum Versorgungsmanagement betreut 4sigma bereits Patienten, die unter einem Burnout-Syndrom oder Depressionen
leiden. Gabriele Stumm betonte ausdrücklich, dass die Beratung keine Psychotherapie sei und diese nicht ersetzen
könne. Sie ziele vielmehr darauf ab, die verordnete Therapie zu unterstützen und in Krisensituationen eine rasche
ambulante bzw. stationäre Intervention anzuraten, um lange Krankenhausaufenthalte zu vermeiden.

Norbert Buckard, Projekt- und Key Account Manager bei 4sigma, stellte das „Betriebliche Gesundheitsmanage-
ment“ (BGM) als neues Geschäftsfeld der 4sigma GmbH vor. Zukunftsorientierte Betriebe hätten die Notwendigkeit
und Bedeutung von nachhaltig angelegten gesundheitsfördernden Maßnahmen im Unternehmen längst erkannt. Bei
der praktischen Umsetzung entsprechender Angebot fehle es jedoch oft an Erfahrung und finanziellen Mitteln. So
seien viele Betriebe auf die Unterstützung externer Dienstleister angewiesen und wünschten sich eine aktive Be-
teiligung von Kostenträgern wie den Krankenkassen bei Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung. Die
4sigma GmbH biete erprobte Konzepte an, die ein aktives Gesundheitsmanagement in Betrieben zum Erfolg führen
könnten. Zu den Dienstleistungen gehörten beispielsweise Angebote zur Tabakentwöhnung, zur Prävention des Metabolischen Syndroms sowie Coachingprogramme für Patienten mit chronischen Rückenschmerzen oder psychi-
schen Erkrankungen. Betriebe und Krankenkassen profitierten dabei von der hohen fachlichen Qualifikation und
Erfahrung der Gesundheitsberater. Der Ansatz der telefonbasierten Betreuung ermögliche eine kostengünstige und ortsunabhängige Betreuung, die auch in strukturschwachen Regionen problemlos umsetzbar sei. Zudem berück-
sichtige die Beratung die individuelle Lebenssituation des Teilnehmers und fördere durch gezielte Stärkung der Selbstmanagement-Kompetenz die Nachhaltigkeit der BGM-Maßnahmen. Zum Abschluss seiner Ausführungen
skizzierte Norbert Buckard eine mögliche Zusammenarbeit von Krankenkasse, Betrieb und 4sigma im Rahmen
der betrieblichen Gesundheitsförderung: Die Krankenkasse selektiere potentielle Betriebe für BGM-Maßnahmen
und führe eine Situations- und Bedarfsanalyse durch, beispielweise durch die Veranstaltung von Gesundheitstagen
im Unternehmen oder die Betrachtung des Krankenstands. Zusammen mit dem Betrieb könnten dann die erwünsch-
ten Gesundheitsziele und primären Themenfelder definiert werden, die die 4sigma GmbH anschließend bei der Kon-
zeption und Umsetzung des individuellen Coaching-Programms berücksichtige.

Eine rege Diskussion sowie die Verabschiedung der Besucher durch Geschäftsführer Horst-Günter Bohnenkamp
rundeten den ersten „Tag der offenen Tür“ von 4sigma ab. Die 4sigma GmbH freute sich über die durchweg
positive Resonanz ihrer Gäste.